|
Red Bull verliert Medienstrategen: Horst Pirker geht mit Jahresende
Bei der Konkurrenz dürfte die Sorge groß gewesen sein, was der ehemalige Styria-Chef Horst Pirker (52) mit dem Milliardenkonzern Red Bull im Rücken auf die Beine stellt. Gemessen an der Häme, mit der man sich auf dem Küniglberg über den Abgang nach nur neun Monaten freute. Vom "größten und teuersten Recruiting-Desaster der österreichischen Mediengeschichte" erzählte man einander laut Standard im sechsten Stock des ORF.
Pirker, bis Herbst 2010 Vorstandschef der Styria (Kleine Zeitung, Presse) und Präsident der technschen Vereinigung der Zeitungsverleger, IFRA, trat mit März 2011 als Geschäftsführer des Red Bull Media House an. Konzernchef Dietrich Mateschitz hatte über die Jahre Medien gesammelt: Servus TV und seinen Printableger Servus in Stadt und Land, Seitenblicke-Magazin, Speedweek, Redbull.com, Red Bulletin. Und Mateschitz plant seit Jahren globales Red-Bull-TV. Pirker sollte diesen doch recht bunten Zoo mit einem Strategiekonzept sortieren. Im September präsentierte Pirker intern das Konzept, das sich nach Infos des STANDARD grob in zwei Markenwelten gliedern soll: Red Bull global in Fernsehen, Online und Mobile, Print sowie Merchandising. Servus regional konzentriert auf Österreich und Süddeutschland, mit geringer dotiertem TV, Print, Online und Merchandising. Ein weiteres, davon unabhängiges Onlineprojekt, im weiteren Sinn Social Media, wird ebenfalls kolportiert. Wie reagierte Mateschitz? Im Konzern macht die Runde, das Konzept verleihe den Bull-Medien nach jahrelangem Im-Kreis-Drehen den nötigen, gezielten Schub. Pirker sollte diesen Schub nach internen Quellen für Mateschitz auch auf die Straße bringen und das Konzept umsetzen. Dafür dürfte der Milliardär nun neues Personal brauchen. Wie seit Monaten kolportiert nimmt Pirker nun tatsächlich von seinem schon bei Unterschrift offenbar eingeräumten, jederzeitigen Kündigungsrecht Gebrauch. Red Bull bestätigt auf Anfrage, er erkläre den Rückzug mit familiären Gründen. Pirker soll ein Angebot haben, in Graz den internationalen Entsorgungskonzern Saubermacher AG zu führen, in dessen Aufsichtsrat er schon lange sitzt. Auch aus der Medienbranche sollen ihm Angebote vorliegen, allerdings nicht aus Graz.
|